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Auseinandersetzung mit der Krankenkasse – einmal anders

Ihr Lieben,

heute einmal ein nicht von mir verfasster Artikel, sondern ein literarisch angehauchter Erfahrungsbericht meines Freundes und Unterstützers Andreas Jell.

Es geht um ein Telefongespräch, welches er in meinem Namen mit einer Angestellten der Krankenkasse geführt hat, damit ich einen Zuschuss zu den Baumaßnahmen für behindertengerechten Wohnraum bekommen kann.

Viel Vergnügen damit!!!


„Und mit der TK habe ich auch konferiert. Schon nach dem zweiten Sprung bin ich bei einer  Sachbearbeiterin gelandet.

Stell Dir dazu einfach einmal vor:

Ich in der Hängematte am Chiemsee, locker, freundlich, zentriert, richtig gut drauf. Ich frage ganz unschuldig nach den Bedingungen, die Du erfüllen musst, um Unterstützung gewährt zu bekommen.

 

Die Sachbearbeiterin: Kurz angebunden, total unfreundlich und unzugänglich. Sie windet sich um meine Freundlichkeit herum, welche durch ihre Art in keiner Weise an Qualität verliert. Erst will sie mir die Befugnis entreissen, weil angeblich keine Vollmacht vorläge. Auf mein freundliches und bestimmtes Hinweisen auf die zweite Hälfte Deines Briefes erklärt sie dann, ablenkend, dass sie da im Vorfeld gar nichts sagen könne. Da müssen wir schon den Kostenvoranschlag vorlegen ……

… da spreche ich, immer noch in alter Freundlichkeit, dazwischen und erzähle von meinem Kontakt mit dem Bauherrn, was sie allerdings eher zu nerven scheint, als die Gelegenheit aufzugreifen, selber ein wenig entspannter an unser Gespräch heranzugehen.

… und ohne Notwendigkeits-Nachweis geht da ohnehin nichts, fährt sie fort in Sachen unüberwindliche Hindernisse, die mich besser gleich aufgeben lassen sollten oder so ähnlich interpretiert!

Aha, denke ich, das klingt nach Bedingungen, also frage ich nach, was das denn sei.

Mittlerweile müsste ich mich, wenn es nach ihr ginge, wahrscheinlich als unerwünschter Eindringling in ihre Welt fühlen, als Dieb an ihren Ressourcen, oder so etwas.

Tue ich aber nicht, da dies in einer Hängematte und ultimativem Wohlgefühl ein schwieriges und widersprüchliches Unterfangen wäre.

Also greife ich diesen Strohhalm auf, hangle mich mühsam weiter und frage zurück, was denn genau dieser Notwendigkeits-Nachweis sei und viel wichtiger – schlauer Kopf, der ich in meiner fröhlichen Entspannung bin – von wem wir den denn überhaupt bekommen können.

Als gäbe es nichts Dümmeres, als danach zu fragen, lässt sie mich wissen, dass dies natürlich Sache des Pflegedienstes sei, was eigentlich jeder vernünftige Mensch wissen sollte.

Nun, Vernunft regierte zu diesem Moment nicht mein Handeln, sondern Freundlichkeit und die Ausrichtung nach Klarheit, soweit mir mein Gegenüber dies gewähren wollte, woran ich im Lauf des Gespräches so meine Zweifel entwickelte.

Die letzten Fäden unserer telefonischen (fern-geistigen) Verbindung nutze ich noch schnell zu fragen, wo der zuständige Pflegedienst wohl zu finden sei: Im alten oder neuen Zuhause? Was sie mir mit ihrem letzten Quäntchen an Geduld tatsächlich und fast unerwartet doch noch beantwortet: Dort, wo gebaut werde. Und dann enthüllt sie mir noch, völlig freiwillig, den eigentlichen Sinn des Notwendigkeits-Nachweises, dessen Notwendigkeit mir bis dahin ja noch gänzlich verborgen war: Die müssen die Notwendigkeit der Baumaßnahmen für Deine Situation bestätigen, müssen sich das Ganze also vor Ort ansehen, dann Dich und schließlich ihren Sanktus dazu abgeben. Dann entscheiden die entsprechenden Leute bei der TK, ob und wenn ja, wieviel Du bekommst, zumindest habe ich mir das alles entsprechend meines logischen Verständnisses so abgeleitet.

Mit einem warmen Dank für ihre freundliche Unterstützung entlasse ich die Dame dann endlich aus meinem ungehörigen Würgegriff.

Ich hoffe, Du hattest Spaß bei der literarischen Aufarbeitung des Ablaufs. Ich habe mich ein wenig an Karl Valentin erinnert gefühlt, was ich schnell einmal habe bei Telefonaten mit Ämtern und Vertretern von Institutionen.

 

DagmarKrummland

Comments:

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