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Meine rote Kappe – ein Symbol wiedergewonnener Freiheit

Meine rote Kappe – ein Symbol wiedergewonnener Freiheit (04.08.2016)

Gestern ist Andreas zur nächsten Sitzungsserie gekommen.

Seit Monaten habe ich meine Essenz nicht finden können, weiß ich nicht so recht, was ich wirklich will und wer ich wirklich bin, unabhängig von all den körperlichen Einschränkungen, die mich herausfordern.

Was ist passiert?

Seit ich Anfang Mai das erste Mal seit drei Jahren andere ALS-Kranke getroffen habe und mich die Atmosphäre dort völlig überraschend in ein Gefühl von “Nachhause-gekommen-sein” katapultiert hat, habe ich mich dieser “Familie” auf FB anschließen wollen. Zunächst war ich sehr euphorisch bis ich feststellte, dass die Atmosphäre von Aachen in den Chats auf FB nicht zu finden war.

Dieses liebevolle, tiefe Mitgefühl , das keiner Worte bedarf – kann es in Worten und Bildern nicht ausgedrückt werden?

Im Wunsch, dieser Familie angehören zu wollen, habe ich mich zunehmend verirrt und immer mehr das Mäntelchen ALS als meines akzeptiert. Ich war ausgerichtet darauf, zu beobachten, welche “typischen” ALS-Symptome auch bei mir sich in den Vordergrund drängten, las mit Interesse über die Erfahrungen anderer mit NEMs, Antioxydantien, Viren- und Bakterienkillern, MMS, DMSO, Sativex, …………….. Und ließ mich immer mehr ins kollektive Opfersein hineinziehen, in den Aufschrei:

“Seht her, wir sind die ultimativen Opfer.”,  😭😡

der Mitleid und gemeinschaftliches Bedauern produziert und produzieren soll, der uns zu Bettlern werden lässt und anschließend Verteilungskämpfe nach sich zieht, Unterstellungen und Parteilichkeit, Eigennutz, Abhängigkeit vom Wohlwollen anderer …………..

Und das hat absolut nichts mit Freiheit zu tun.

Also verlor ich immer mehr das, was ich  seit fast drei Jahren so liebte und wofür sich jede Minute Prozessarbeit so lohnte:

Die ultimative Freiheit zu erleben in einem Körper, der so vielen drastischen Einschränkungen unterliegt,

Glück auf den Schwingen eines Schmetterlings,

dieses Erleben von bedingungsloser Liebe,

diese unendliche Dankbarkeit, dieses Leben, genau so, wie es ist, leben zu können und es für meine Entwicklung zu immer mehr freiem Geist zu nutzen.

UND das Ganze ohne auf Applaus von Außen angewiesen zu sein oder mich von Buhrufen oder wohlmeinendem Besorgtsein ablenken zu lassen.

Ich liebe diese Gewissheit in mir, genau jetzt in meiner WAHRHEIT zu sein und diese Wahrheit ist LIEBE, ist FREIHEIT! Ein so grandioses Gefühl !!!

Prozessarbeit

Voller Vorfreude habe ich auf Andreas gewartet, weiß ich doch aus jahrelanger Erfahrung, dass er ein Ambiente schaffen kann, in welchem mir meine Verirrungen, meine Projektionen nach Außen, meine automatisierten Programme im Gehirn mit ihrem zerstörerischen Einfluß auf die physische Konstitution, nicht nur bewusst werden, sondern durch strukturiertes Vorgehen unterbrochen werden können und somit den GEIST der FREIHEIT freisetzen – den HEILRAUM öffnen.

Wir nennen das PROZESSARBEIT.

Also: Im Wunsch, dazu zu gehören, erkenne ich nicht mehr,

wie sehr ich den Opferstatus akzeptiert habe,

fühle mich abhängig,

der unheilbaren Krankheit ALS ausgeliefert,

hilflos,

erwarte Hilfe von Außen,

die es nicht geben kann,

habe meine Freude am Schreiben verloren,

stellt sich mir die Sinn-Frage –

kurz: Ich möchte raus aus meiner Haut – flüchten – und ich fühle mich miserabel.

Die tragenden Säulen der Prozessarbeit

Die Prozessarbeit ist klar strukturiert mit drei tragenden Säulen:

  • AUFMERKSAMKEIT – Was ist gerade los in mir? Was spüre ich in meinem Körper (Schmerzen, Spannung, Unruhe, Herzklopfen,…..). Welche Emotionen zeigen sich? Welche Glaubenssätze passen dazu? Wir nennen diesen Zustand den IST-Zustand.
  • AUSRICHTUNG – Welches Ziel habe ich? Wo möchte ich am Ende dieser Sitzungswoche sein? Was möchte ich erleben? Wir nennen dieses Ziel den SOLL-Zustand.
  • ABSICHT – Was entscheide ich zu tun?

Also los:

Mein IST-Zustand: Ich bin voll auf ALS-Trip, mit allem, was dazu gehört.

Mein Wunsch ist, anzukommen, dass der ewige Flüchtling in mir ankommt. – darauf richte ich mich aus.

Was entscheide ich zu tun? Das ist der Knackpunkt – Ich weiß es nicht!

Mein Verstand spiegelt mir vor anhand eines Bildes (mein Kofferkind), welches seit Jahren immer wieder auftaucht, dass Ankommen gar nicht möglich ist, d.h. dass Leben nicht möglich ist, dass es keine Rettung mehr gibt. Ich habe keine Chance = ALS-OPFER!

Ich will keine Hilfe von Außen, ich will nicht hilfsbedürftig sein!!!!

Wie kann ich jetzt weiterkommen?

Eine (Haus-)Aufgabe zwischen den Sitzungsserien hilft nun weiter:
Am Ende der vorherigen Sitzungsserie hatte Andreas mir eine Aufgabe gestellt:

Differenziert zu notieren,

wo ich unbedingt Hilfe brauche,

wo es richtig gut wäre, welche zu bekommen,

wo ich sie auf gar keinen Fall akzeptiere.

Diese Auseinandersetzung fließt jetzt in die Prozessarbeit ein und führt zu dem Ergebnis:

Ich muss nicht OPFER sein, um Hilfe zu bekommen. Da kommen auf schöpferischem Wege Lösungen daher. Das ist eine ektropische Entwicklung, die nicht möglich ist, wenn ich in meinem Glaubenssatz: Ich bin ALS-Opfer, hängen bleibe.

Also, dieses Bild des Kofferkindes gibt mir die Möglichkeit, mich zu verstecken, zu verdrängen, mich nicht mehr auseinandersetzen, mit dem, was ist. So ist es nicht möglich, die klare Entscheidung zu treffen, ANZUKOMMEN (Absicht).

ALS steht genau für diese Form des Tot-seins, schon bevor ich es tatsächlich bin, für totale Stagnation.

Wie kehre ich diesen Prozess um, wie finde ich zurück in mein geistiges Kapital, in meine Freiheit?

Erster Schritt: AHA, das macht es mit mir – darunter leidet eigentlich jeder, der in seiner Angst versucht, sich irgendwie zu arrangieren mit dem, was läuft und daran vorbei gehen will, sich mit dieser Angst auseinander zu setzen.

—— NUR GEDULD – DIE ROTE KAPPE KOMMT NOCH ZUM ZUGE ——-

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DagmarKrummland

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