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Nach Aachen – Filmpremiere Alle Lieben Schmidt

Nach Aachen – Filmpremiere Alle Lieben Schmidt

Mein Post in der ALS-Gruppe auf facebook Anfang Mai 2016:

Ich habe die Reise nach Aachen neugierig auf den Film und mit einer gewissen Spannung, was mich in der Konfrontation mit anderen ALS-Erkrankten in den unterschiedlichsten Ausprägungen als innere Reaktion erwarten würde, angetreten.

Ein ALS-Treffen in der Schweiz war für mich so bedrückend verlaufen, dass ich andere solche Treffen bisher gemieden hatte.

Zuerst möchte ich Euch allen danken dafür, dass ich Euch in dieser Offenheit kennenlernen durfte; jeder Einzelne von Euch hat meine Bewunderung im Umgang mit unserer extremen Herausforderung, die so unterschiedlich ist, wie wir Betroffenen verschieden sind!!!!!!

Dass mich in Aachen eine ganz andere Atmosphäre erwartete, spürte ich bereits am Samstag Abend beim gemeinsamen Essen im Art-Hotel (eigentlich schon, als mir die ersten Betroffenen nach Betreten des Hotels begegneten). Plötzlich spürte ich ein starkes Gefühl von „nach Hause gekommen sein“, das mich völlig überwältigte. Ich bin zum ersten Mal in meinem Leben aktiv und völlig offen, die liebevolle Verbundenheit spürend, auf die Menschen zugegangen und habe mich ihnen vorgestellt und ihnen gezeigt, wer ich bin.

Dazu kam die Filmpremiere am Sonntag, die dieses Gefühl in mir noch einmal verstärkte.

Was ist anders in dieser Gemeinschaft, das der Film in so anrührender, behutsamer, liebevoller Weise zum Ausdruck bringt, habe ich mich gefragt.

Es ist nicht das gemeinsame Leiden, da bin ich mir sicher – Leiden trennt eher.

Was ist es dann?

Also, ich denke, nicht zuletzt deswegen, weil ich es selbst durchlebt habe:

Das Gefühl von „Familie“ entstand nicht über die Mangel- und Krankheitssymptomatik sondern darüber, was mit den betroffenen Menschen passiert ist und wozu sie in der Auseinandersetzung mit ihrer Krankheit geworden sind. Zu spüren ist dann das emotionale Ergebnis des Prozesses, zu überleben und das so gut zu machen, wie es geht, den Leidens- und den „Sterben-müssen“-Prozess durchlebt zu haben.

Gesellschaftliche Regeln, Konventionen, Ansprüche spielen als Folge eine völlig untergeordnete Rolle (wir haben dazu einfach keine Zeit mehr), das macht frei, das zu leben, was man für richtig erachtet und öffnet uns gegenüber Menschen, bei denen wir ähnliche Gefühle spüren.

Ihr habt das alle gezeigt von berührenden Liebesgeschichten bis zu extremen Rollstuhl-Ausflügen (100 km !). DANKE !!!

Und noch etwas sehr Wichtiges und Tröstliches habe ich für mich realisiert:

Ausdruck wird nicht nur und nicht einmal primär von der Fähigkeit zu sprechen dominiert!!!

Ich wünsche Euch allen ein sonniges, fröhliches, glückliches Wochenende!!!

 

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DagmarKrummland

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