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Von Abschied nehmen und Ankommen

Ein letztes Mal als Gast in den Chiemgau

Ich habe den Tag heute in einem seltsamen Modus erlebt – irgendwie so außerhalb von Raum und Zeit.

Mein Fahrer sollte mich um halb neun zuhause abholen – er kam aber erst um 10 vor neun und suchte dann bei mir Gründe dafür, dass wir in Zeitstress kamen.

Ich konnte seine Programme und sein manipulatives Verhalten einigermaßen gelassen beobachten.

Mit der Ankunft am Flughafen in Hamburg bekam dann alles einen leichten Fluß – was ich staunend beobachtete.

Die Dame an der EasyJet Abfertigung begrüßte mich gleich mit Namen, bemerkte dann zwar, dass sie Menschen mit Querschnittslähmung nicht ohne Begleitperson befördern könnten – keine Ahnung, wie sie auf sowas kommt – dann verlief alles problemlos: keine lange Abfertigungszeit, große Freundlichkeit, problemlos durch den Zoll

UND der Angestellte von EasyJet, der mich höchstpersönlich nach unten zum Fahrzeug des roten Kreuzes brachte, sagte auf meine Eingabe, dass ich ja noch meine Handtasche im Handgepäck verstauen müsse: „Für Sie habe ich jetzt die Regeln mal eben geändert, Sie können so einsteigen!“ Und dann verabschiedete er mich herzlich: „Sie machen das ganz toll!“

EasyJet Leute achten sonst mit aller Strenge darauf, dass nur ein Handgepäcksstück mit an Bord genommen wird, passt die Handtasche nicht mehr in den Rucksack oder Koffer muss deftig nachgezahlt werden.

Auch der Transfer ins Flugzeug, mit dem Rollstuhl die Treppen hochgetragen und das erste mal wirklich kompetent – und ohne zusätzliche Schmerzen zu verursachen – im Flugzeugsitz verstaut, verlief problemlos. Der Flieger war nur halb voll, so dass ich eine ganze Sitzreihe für mich allein hatte.

 

Als wir  im Landeanflug auf Salzburg waren und auch schon vorher, als das Voralpenland in den Blick kam, dachte ich:

„Das ist mein neues Zuhause.“

Und ich sah das Alles mit anderen Augen als all die anderen Male zuvor.

Die beiden Herren vom Roten Kreuz in Salzburg waren sehr umsichtig und aufmerksam – auch dieses Umsetzen ohne Schmerzen – und als der Herr vom Malteser Fahrdienst noch nicht da war, kamen sie nach 10 Minuten nach mir schauen, telefonierten und brachten mich dann noch zum BTW-Wagen.

Der junge Mann vom Malteser Dienst brachte mich dann genau so umsichtig und zügig in die Ferienwohnung und legte mir den Koffer noch aufs Sofa, so dass ich ohne Probleme ans Auspacken gehen konnte.

Die Küche der Ferienwohnung war hergerichtet und dekoriert mit köstlichem Obst und Gemüse, Reismilch, Sahne, Butter, …………. Danke Andreas und Simone !!!!!

NUR: Der Wlan-Stecker fehlte. Da der Handy-Empfang in der Ferienwohnung sehr schlecht ist, bin ich, wenn ich Hilfe brauche, aufs Wlan angewiesen. Sollte ich jetzt stürzen, könnte ich keine Hilfe holen.

UND: Das machte mir überhaupt keine Sorgen mehr! Da ich jedoch nicht sofort in die üblichen Internet-Aktionen gehen konnte, geriet ich in ein Gefühl von Unwirklichkeit – ich kenne jeden Zentimeter dieser Wohnung, so oft war ich hier, aber heute war alles irgendwie anders. Nach ein wenig Umräumen für meine Bedürfnisse, übermannte mich die Erschöpfung und ich legte mich erstmal für zwei Stunden ins Bett.

Später, als Hans und Marianne kamen, fegte mich die herzliche Freude der Beiden, mich zu sehen und mir ihre wunderschöne Wohnung angedeihen lassen zu können, förmlich hinweg. Und das Gefühl von Unwirklichkeit verstärkte sich noch.

Jetzt, da ich hier im Bett sitze und tippe und den Kleiderschrank ansehe, denke ich an meine erste Reise mit den Fotos von Anja und Janine am Kleiderschrank als Anker in diese Welt, wie sehr mich die erste Phase gebeutelt hatte, wie Du, Andreas, mich da rausgeholt hast mit Deiner Liebe und die lange Phase von köstlichem Heilraum. Wie viele bewegende Stunden und Tage habe ich hier erlebt vor allem mit Dir, lieber Andreas, mit Andi, mit Simone, mit Hans und Marianne,

und es wird das letzte Mal sein.

Mein nächster Flug von Hamburg nach Salzburg wird keinen Rückflug mehr haben, denn dann komme ich in mein neues Zuhause.

 

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DagmarKrummland

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